
Das Internet tut, was das Internet eben tut: Aus einem absurden Ereignis ein Memefeuerwerk kreieren.
Was ist passiert?
Ein Wels, ein großer Europäischer Wels (Silurus glanis), der in seinem Brutgebiet im Brombachsee gestört wurde, knabberte Badegäste an und wurde dafür von der eiligst herbeigerufenen Polizei erschossen.
Die Badegäste waren wohl ahnungslos in sein Territorium eingedrungen, und der Wels verteidigte seine Jungen, indem er die ungewollten Gäste eben anknabberte und wahrscheinlich an deren Zehen lutschte.
Viele auf der rechten Seite sympathisieren mit dem Fisch, weil sie Parallelen zu ihrem Alltag sehen: Eine einheimische Art wird von fremden Eindringlingen gestört und wehrt sich.
Auf wessen Seite positioniert man sich hier fairerweise?
Doch anstatt das ernsthaft zu debattieren, verarbeitet das Internet die Geschichte sogleich in Form eines Memewettbewerbes – und alle machen mit!
Wels Floyd wurde geboren – der Fisch, der einfach gar nichts wronges gemaked hat!
Witze wie I can’t breathe machten die Runde.
Daraus wiederum entstand Wels Lives Matter, eine Parodie auf Black Lives Matter, die besonders die Linken auf die Palme bringen durfte.
Sie kritisieren, dass uns Polizeigewalt gegen Migranten egal sei, aber ein toter Fisch unsere Aufmerksamkeit genießt.
An dieser Stelle kann man einwenden, dass bisher kaum jemand von einem Wels mit Messer ungewollt Besuch bekommen hat und in Folge dessen bedroht oder vergewaltigt wurde – my two cents…
Katrin Göring-Eckardt hat sich auch schon eingeschaltet und versucht das Narrativ, der Wels habe eine Grenze überschritten, zu etablieren, obwohl es doch wir waren, die in die Heimat eines jahrzehntealten Bewohners eingedrungen sind.
Dieser hatte – wie sich herausgestellt hat zu Recht – nur Angst um sein Leben und das seiner Nächsten.



